SFM003 Segeln mit Kindern

Die Familie wächst. Segeln macht Spaß und die Kinder sollen natürlich mitkommen. Ist das gefährlich? Viele Eltern sind angespannt, wenn sie erstmals mit dem Nachwuchs aufs Wasser gehen. Welche Reviere sind geeignet, welche Schiffe und was gilt es zu bedenken?

Nils Theurer ist Segler, Journalist und Autor der Zeitschrift “Yacht”. Er hat für sein Buch Segeln mit Kindern umfangreich recherchiert, was man wissen sollte – ob binnen oder Blauwasser, von der Rettungsweste über die Krebsangel bis zur Schulpflicht auf Langfahrt. Nebenher hat Nils auch dreißig Segler, ihre Familien und auch deren Kinder nach ihren Erfahrungen befragt. Darunter finden sich bekannte Namen, allen voran Wilfried Erdmann. 

Für segel.fm fasst Nils zusammen, worauf es beim Segeln mit Kindern ankommt.

Shownotes
  • Der Vaurien ist eine kleine, leichte Zweimann-Jolle und internationale Bootsklasse. Früher aus Sperrholz gebaut, sind Vauriens heute meist aus GfK und teilweise mit Foliensegeln ausgestattet. Der Vaurien ist besonders anfängertauglich und diente vielen erfolgreichen Regattaseglern als erstes Boot.
  • Jollenkreuzer sind Kajütboote ohne Kiel, die ursprünglich für das Fahrtensegeln auf flachen Binnengewässern konzipiert wurden. Sie bieten zwei oder mehr Kojen, haben meist ein aufholbares Schwert, sind schnelle Segler aber grundsätzlich kentergefährdet.
  • Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kurz DLRG, ist die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. Sie hat 550.000 Mitglieder und hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst vielen Menschen das Schwimmen beizubringen und über das sichere Verhalten im Wasser aufzuklären. Darüber hinaus bewachen Rettungsschwimmer der DLRG auch zahlreiche Gewässer und unterstützen Segler bei Regatta-Veranstaltungen.
  • Der Begriff Blauwassersegeln beschreibt das Besegeln der Ozeane auf langen Törns und das Leben auf Yachten.
  • Die Kreuzer – Abteilung ist eine Fachabteilung des Deutschen Segler-Verbandes e.V., die ihre Mitglieder tatkräftig beim Fahrtensegeln mit Informationen und Know-how unterstützt.
  • Der Lifebelt ist eine Leinenverbindung zwischen Segler und Schiff, die das Überbordgehen verhindern soll.
  • Es gibt verschiedenen Typen von Rettungswesten: Feststoffwesten erzeugen ihren Auftrieb beispielsweise über Schaumstoff, der fest eingenäht ist. Automatikwesten haben mehr Tragekomfort und sind kleiner, das sie keine eingenähten Auftriebskörper haben. Sie blasen gasgefüllte Auftriebskörper erst beim manuellen Auslösen oder bei Kontakt mit Wasser auf.
    Die Zeitschrift “Yacht” hat in zwei getrennten Rettungswesten-Tests Feststoff-  und Automatikwesten für Kinder getestet (Ausgaben 10 und 11/2013). Hier findet sich ein kleines Video über das Testverfahren. (Hut ab vor der tapferen kleinen Testerin.) Die Tests sind im Download-Bereich der “Yacht” gegen zwei Euro Gebühr abrufbar. Ich darf hier keine Ergebnisse veröffentlichen, aber eines sei gesagt: Die qualitativen Unterschiede sind erheblich.
  • Ein Pütting ist der Beschlag zur Befestigung der Wanten am Schiffsrumpf. Einfacher gesagt: Meist eine Metallöse, die am Deck oder Rumpf befestigt ist.
  • Zum Beispiel diese Sicherheitsleinen, hier von der Firma Spinlock, haben selbstsichernde Karabiner.
  • Für die UV-Schutzeigenschaften von Textilien gibt es drei Standards: den Australisch-Neuseeländischen Standard (AS/NZS 4399:1996), den Europäischen Standard (EN 13758-1) und den UV-Standard 801. Der UV-Standard 801 wurde von der Internationalen Gemeinschaft für angewandten UV-Schutz entwickelt. Die Prüfung und Zertifizierung nach diesem Standard nehmen u.a. die Hohenstein Institute vor. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt Textilien nach dem UV-Standard 801.
  • Eine Krebsangel kann man kaufen oder mit einer Wäscheklammer und einer Leine selbst bauen.

Sehr viel mehr über das Segeln mit Kindern als in dieser Episode von segel.fm erfahrt Ihr in Nils’ Buch. Wer es über den nachfolgenden Affiliate-Link von Amazon kauft, unterstützt segel.fm mit einigen Cent: Segeln mit Kindern: Vom Tagestörn bis zur Weltumsegelung.

SFM002 Fipofix

Fipofix ist ein nur 4,90 Meter langer Segelboot-Prototyp aus Vulkanfaser-Gewebe. Harald Sedlcacek hat damit zweimal den Atlantik überquert.

Die erste Atlantiküberquerung von Spanien nach Florida geriet zur Extremtour, als Probleme mit der Elektronik an Bord den Autopiloten ausfallen ließen. Harald musste tagsüber von Hand steuern und sich nachts treiben lassen. So verbrachte er 87 Tage auf nur zwei Quadratmetern Lebensraum, bis er in Palm Beach wieder an Land gehen konnte.

Trotz zahlreicher, teils grenzwertiger Herausforderungen haben Boot und Skipper die Hin- und Rückreise aber bestens überstanden.

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Die Zeitschrift “Yacht” hat ein Porträt über Fipofix veröffentlich, in dem einige schöne Videoaufnahmen zu sehen sind. Sie hat auch regelmäßige Meldungen während der Atlantiküberquerung veröffentlicht.

Ein sehr kurzes Video auf Youtube zeigt, wie winzig klein Fipofix auf dem Atlantik wirkt.

Shownotes
  • Die Biskaya ist ein Seegebiet vor der Atlantikküste Frankreichs und Spaniens, das für schlechtes Wetter, starke Stürme und extremen Seegang bekannt ist.
  • Das Kap Finisterre ist die nordwestlichste Ecke Spaniens. Übersetzt bedeutet Finisterre bzw. Fisterra „Ende der Welt“.
  • Reffen bezeichnet auf einem Segelschiff den Vorgang, die Fläche der Segel zu verkleinern, meistens in Erwartung schlechten Wetters mit starkem Wind.
  • Das Iridium Telefonnetz ist ein Satelliten-Kommunikationssystem, das weltweit funktioniert. Mit OpenPort bietet Iridium auch einen Internetzugang für die Schifffahrt mit einer maximalen Datenübertragungsrate von 128 kbit/s an.
  • Open 60 ist die Bezeichnung für eine 60 Fuß lange Klasse von Rennbooten.
  • Die Mini Klasse ist eine 6,50 Meter lange Klasse von kleinen Einhand-Rennbooten. Siehe auch SFM001 Die Mini Transat.
  • Eine Windfahnensteuerung ist ein rein mechanischer Autopilot, der sich am Wind orientiert.
  • Als Jolle bezeichnet man ein kleines, leichtes Boot ohne Kiel.
  • Wenn Wellen aus ihrem Entstehungsgebiet herausgelaufen sind, bezeichnet man sie als Dünung. Hohe Dünung kann auch ohne Wind vorkommen.
  • Beidrehen ist ein Manöver, bei dem die Segel und das Ruder so gestellt werden, dass ein Boot langsam quer treibt und dabei sehr ruhig liegt.
  • Als Etmal bezeichnet man auf Rennyachten die in 24 Stunden zurückgelegte Strecke. Ursprünglich meint das Etmal die Strecke, die von Mittag bis Mittag zurückgelegt wurde.
  • Eine Seemeile, abgekürzt sm oder NM für Nautical Mile, ist eine Bogensekunde, also 1/60 Breitengrad und 1.852 Meter lang. Damit ist die Seemeile länger als die in den USA oder England gebräuchliche statute mile.
  • Das AIS Automatic Identification System dient in der Seefahrt der Vermeidung von Kollisionen. Das System tauscht automatisiert Informationen über Position, Kurs, Geschwindigkeit und andere Daten zwischen Schiffen aus.
  • Der Spi oder Spinnaker ist ein ballonförmiges, großes Vorsegel.
  • Die Segeltragzahl ist eine Kennziffer, die etwas über die Sportlichkeit und auch das Geschwindigkeitspotenzial von Segelschiffen aussagt.
  • Als Kreuzwelle oder Kreuzsee bezeichnet man das Zusammenlaufen von Wellen aus unterschiedlichen Richtungen. Das Ergebnis dieses Phänomens ist eine sehr aufgewühlte See.
  • Ein Hydrogenerator erzeugt Strom durch einen kleinen Propeller, der durch das Wasser gezogen wird.
  • Das Schwert ist ein flaches, stromlinienförmiges Bauteil, das die seitliche Abdrift von Booten verhindern soll. Es wird meist von oben in Jollen oder Boote gesteckt.
  • Das Arctic Race führt durch Seegebiete, die vor wenigen Jahren noch vollständig durch Eis versperrt waren, so wie die Nordwestpassage.

SFM001 Die Mini Transat

Die Mini Transat ist eine Regatta, die seit 1977 alle zwei Jahre von Frankreich aus in die Karibik führt. Gesegelt wird einhand, auf so genannten Minis. Das sind nur 6,50 Meter lange Boote, die dank ihrer enormen Segelfläche sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen.

Der Mini Prototyp, mit dem Dominik 2015 bei der Mini Transat an den Start gehen möchte. Über die Patina seines Großsegels sprechen wir im Podcast. Dominiks Mini. Dominik mit einem Teil seiner Ausrüstung

Dominik Lenk ist ein 25 Jahre junger aber erfahrener Regattasegler, der in diesem Jahr erstmals bei der Mini Transat an den Start geht. Er hat einen gebrauchten Mini-Prototypen gekauft und steckt derzeit mitten in den Vorbereitungen, der Qualifikation und der Sponsorensuche für das Rennen im September. Er berichtet in dieser Episode von den Herausforderungen der kommenden Monate.

Auf Dominiks Website findet man aktuelle Infos, kann sich für einen Newsletter anmelden oder Kontakt zu Dominik aufnehmen – auch wenn man ihn unterstützen möchte. Auf der offiziellen Website der Mini Transat Regatta findet man aktuelle Informationen, auch während des Rennens. Die Regeln der Mini Klasse sind bei der Klassenvereinigung zu finden.

Shownotes
  • Foils bzw. Hydrofoils heben bei steigender Geschwindigkeit das Boot aus dem Wasser.
  • Der Opti bzw. Optimist ist eine kleine und leichte Kinderjolle für erste Segelerfahrungen.
  • Der Laser ist eine sehr einfache Einhand-Jolle und olympische Segel-Klasse.
  • Eine Jolle ist ein formstabiles Schwertboot ohne Kiel.
  • Trimmen oder Segeltrimm beschreibt beim Segeln die richtige Einstellung der Segel.
  • Die IRC Formel macht, ähnlich wie der sog. Yardstick-Wert, langsame und sehr schnelle Schiffe vergleichbar, indem die Formel ihre Eigenschaften ausgleicht.
  • Die Fastnet Regatta ist eine der bekanntesten englischen Offshore-Regatten.
  • Die Junior Offshore Group ist eine Unterorganisation des Royal Ocean Racing Club.
  • Matt Humphries war der jüngste Skipper, der je das Volvo Ocean Race gefahren ist.
  • Spi bzw. Spinnaker sind besonders große, bauchig geschnittene Vorsegel.
  • Die Pogo des französischen Herstellers Pogo Structures ist der bekannteste Mini.
  • Eine Box Rule bestimmt die äußeren Abmessungen einer bestimmten Box, in die alle Boote der Klasse passen müssen, um gegeneinander in Wettfahrten antreten zu dürfen.
  • Pendel- oder Neigekiele lassen sich zu der Seite schwenken, von der der Wind kommt. Dadurch segelt das Schiff aufrechter und kann mehr Wind vertragen.
  • Als Groß bzw. Großsegel bezeichnet man das Segel, das am Mast gefahren wird.
  • Crowdfunding ist eine Art der Finanzierung, die sich auf eine Vielzahl von Personen stützt.
  • Als Imocas oder Open 60s wird eine 60 Fuß lange Bootsklasse für Hochseerennen bezeichnet.
  • Das Volvo Ocean Race  führt einmal um die ganze Welt, 45.000 Kilometer durch Regionen mit extremen Stürmen, Eis und riesigen Wellen.
  • Der Americas Cup ist die älteste noch ausgetragene Segelregatta, bei der seit 1851 zwei Segelyachten gegeneinander antreten.
  • Eric Tabarly ist eine französische Segel-Legende.
  • Die Route du Rhum ist eine Einhand-Transatlantik-Regatta von Frankreich in die Karibik. Gesegelt wird auf verschiedenen Bootsklassen.
  • Die Vendeé Globe ist die härteste Einhand-Regatta der Welt. Sie führt alle vier Jahre non-stop einmal um den Globus.
  • Match Racing ist eine Austragungsform einer Segelregatta, bei der meist zwei Boote direkt gegeneinander antreten.
  • Die Maxi Klasse ist eine Bootsklasse von Einzelbauten, die länger als 70 Fuß sind.
  • Mit SSB Radio wird eine Kurzwellen-Funkanlage für den Seefunk beschrieben.
  • Als Großkreis bezeichnet man die kürzest mögliche Entfernung zwischen zwei weit auseinander liegenden Punkten auf der Erdoberfläche.
  • Passatwolken sind Spuren des sog. Passatwindes, eines stetigen Windsystems, das durch die Erwärmung in den Tropen in Verbindung mit der Erdrotation entsteht.
  • Die Barfußroute beschreibt eine Segelroute um die Welt, bei der es stets warm ist und der Wind meist aus einer angenehmen Richtung weht.
  • Ein Sea Survival Kurs lehrt das Überleben auf See nach einer Havarie, einem Flugzeugabsturz oder dem Über-Bord-gehen.

segel.fm ist online

Noch nix zum Hören, aber zum Sehen: segel.fm ist online.

Segel.fm ist ein Podcast übers Segeln. Ein Podcast ist wie Internetradio zum Mitnehmen und immer und überall Anhören. Neue Folgen erscheinen hier, auf dieser Internetseite – und auf anderen Portalen, wie iTunes oder Instacast.

Falls Dir das nichts sagt: Keine Bange. Podcasts kann man ganz einfach abonnieren und auf vielen Geräten hören. Für diejenigen, die sich mit Podcasts noch nicht so gut auskennen, gibt es diese Einführung. Hier erfährt man, wie segel.fm ins Smartphone, auf den MP3-Player, ins Autoradio, auf den Rechner oder sonst wohin gelangt. Podcasts haben übrigens nichts mit iPods oder Apple zu tun, auch wenn sie den ‘Pod’ im Namen tragen.

Bevor es los geht, bitte noch etwas Geduld: Hinter den Kulissen wird noch gearbeitet, werden erste Interviews aufgenommen und Material geschnitten. Schaut also gelegentlich rein, wenn Ihr mögt.

Das Konzept, die Technik und die Menschen hinter segel.fm werden hier vorgestellt.